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Ökologischer Umgang mit dem Frostspanner

Obstbaum

Beim Frostspanner handelt es sich um einen relativ unscheinbaren Schmetterling, der dem Hobbygärtner kaum auffallen würde, wären da nicht seine gefräßigen Raupen. Sie fressen im Frühjahr die Knospen und Triebe der Bäume an und können dabei erhebliche Schäden anrichten. Zum Glück gibt es einige wirksame Methoden, die Plage auf natürliche Weise unter Kontrolle zu bringen.

Die Raupe Nimmersatt – ein lästiger Obstbaumschädling
Die Bezeichnung Frostspanner gibt Aufschluss über die Flugzeit der Falter, die sich vom Herbst bis in den Winter erstreckt. Zugleich deutet der Name auf die typische Fortbewegungsart der Raupen, das sogenannte Spannen, hin. Während die Tiere im Schmetterlingsstadium nur noch eine erfolgreiche Paarung im Sinn haben, fressen die Raupen von Schlüpfen bis zum Verpuppen ohne Unterlass.

Am häufigsten im Hausgarten anzutreffen ist der Kleine Frostspanner (Operophtera brumata). Er befällt alle Obstbäume mit Ausnahme des Pfirsichs sowie viele Ziergehölze. Insbesondere Kirschen üben eine magische Anziehungskraft auf den Schädling aus, doch auch Apfel, Birne, Pflaume sowie Beerensträucher verschmäht er nicht. Sein großer Bruder hingegen, der Große Frostspanner (Erannis defoliaria), stellt für Obstgehölze keine besondere Bedrohung dar.
Weitere Informationen über den Frostspanner und andere Schädlinge erfährst Du auch auf Pflanzentanzen.de

Lebenszyklus des Frostspanners
Wenn die Natur im Frühjahr erwacht, sind die Frostspanner schon bereit, sich über die jungen Blätter herzumachen. Ihre Eier überwintern an der Baumrinde. Kaum öffnen sich die Knospen, schlüpfen auch schon die ersten Raupen. Solange sie klein sind, können sie sich an gesponnenen Fäden vom Wind von Baum zu Baum tragen lassen.

Haben sie eine schmackhafte Wirtspflanze gefunden, fressen sie deren Blüten und Blätter, bis es im Juni schließlich Zeit wird, sich zu verpuppen. Nun seilen sie sich auf den Boden ab und verpuppen sich in der Erde. Im Herbst schlüpfen dann die Falter aus den Kokons. Die männlichen Tiere besitzen graubraune Flügel mit einer Spannweite von etwa zweieinhalb Zentimetern. Zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember schwingen Sie sich in der Dämmerung in die Lüfte, um nach paarungsbereiten Weibchen zu suchen.

Die Weibchen haben es nicht so einfach. Da ihre Flügel zu winzigen Stummeln zurückgebildet sind, müssen sie über die Baumstämme in die Krone klettern, um sich zu paaren und ihre Eier abzulegen. Frostspannereier sind anfangs grün, verfärben sich mit der Zeit aber orange.

Typische Anzeichen für einen Frostspanner-Befall
Wurde ein Baum von den Raupen des Frostspanners befallen, können Sie das an löchrigen Blättern und abgefressenen Knospen erkennen. Die Raupen fressen auch die Stempel und Staubgefäße der Blüten. Junge Früchte werden ebenfalls geschädigt. Bei einem stärkeren Befall sind die Blätter oft bis auf die Blattrippen kahlgefressen.

So erkennen Sie die Raupen
Die Raupen des Kleinen Frostspanners erreichen eine Körperlänge von etwa zweieinhalb Zentimetern. Sie sind grün mit weißlichen Seitenstreifen und dunkelgrünen Mittelstreifen. Da sie nur zwei Fußpaare besitzen, machen sie beim Kriechen vor jeder Streckbewegung einen Buckel.

Vorbeugende Maßnahmen
Wenn Sie Fraßspuren des Frostspanners an Ihren Gehölzen entdecken, sollten Sie rechtzeitig dafür sorgen, dass sich die Schädlinge nicht vermehren können. Es gibt mechanische Barrieren, die die weiblichen Tiere am Aufstieg in die Kronen zu hindern und zugleich als Falle dienen. Die natürlichen Feinde des Frostspanners helfen Ihnen, den Bestand zu dezimieren.

Leimringe:
Leimringe sind Streifen aus Papier oder Kunststoff, die mit zähem Klebstoff bestrichen sind. Sie werden um die Baumstämme gelegt. Wenn die flügellosen Weibchen nun versuchen, den Stamm hochzuklettern, bleiben sie dabei an den klebrigen Streifen hängen. Richtig verwendet, sind Leimringe ein sehr wirksames Mittel gegen Frostspanner. Wir verraten Ihnen, was Sie beim Anbringen der Ringe beachten müssen:

- Bringen Sie die Leimringe rechtzeitig an. Ende September, kurz bevor die Falter schlüpfen, ist eine gute Zeit für diese Maßnahme.
- Bürsten Sie den Stamm ab und stopfen sie größere Vertiefungen in der Rinde mit Papier aus, damit die Frostspanner den Leimring nicht unterwandern können.
- Auch Baumpfähle müssen mit Leimringen versehen werden, da sie von den Frostspannerweibchen sonst als Aufstiegshilfe genutzt werden.
- Schneiden Sie den Leimring so zurecht, dass sich die Enden überlappen. Binden Sie ihn zusätzlich über und unter der Klebefläche mit einer Schnur fest.
- Kontrollieren Sie den Leimring regelmäßig und ersetzen Sie ihn, sobald seine Klebewirkung nachlässt.
- Im Frühjahr sollten Sie sich den Stamm unterhalb des Leimrings genau ansehen. Kratzen sie die dort abgelegten Eier ab. Entfernen Sie danach alle Leimringe und entsorgen Sie sie im Hausmüll.

Raupenleim:
Für reich verzweigte Ziergehölze oder Beerensträucher sind Leimringe nicht gut geeignet. Hier empfiehlt sich die Verwendung von Raupenleim. Dabei handelt es sich um eine klebrige Paste, die mithilfe eines Pinsels direkt auf den Stamm aufgetragen wird. Raupenleim ist, ebenso wie Leimringe, unschädlich für Nützlinge, umweltfreundlich und darüber hinaus auch kompostierbar.

Fressfeinde:
Neben dem Anbringen von Leimringen sollten Sie auch daran denken, die natürlichen Feinde des Frostspanners zu fördern. Ein naturnah gestalteter Garten bietet Nützlingen Nahrung und Lebensraum. Wenn sich Ihre grüne Oase in einem natürlichen Gleichgewicht befindet, sorgt die Natur persönlich dafür, dass Schädlinge nicht überhandnehmen können.

Heimische Singvögel wie zum Beispiel die Kohlmeise, haben die Raupen zum Fressen gern. Auch Spechte finden Frostspanner ausgesprochen schmackhaft. Bieten Sie den Vögeln Nisthilfen an und denken Sie bei der Bepflanzung an die Bedürfnisse der Vögel. Wildsträucher wie Weißdorn, Schlehen, Sanddorn, Wildrosen oder Holunder machen Ihren Garten zu einem Paradies für Wildtiere und versorgen Sie und Ihre Familie mit köstlichem Wildobst.

Natürliche Bekämpfung
Wenn die Raupen des Frostspanners bereits in den Baumkronen ihr Unwesen treiben, ist es für vorbeugende Maßnahmen zumindest in diesem Gartenjahr zu spät. In diesem Fall haben Sie dennoch einige Möglichkeiten, die gefräßigen Schädlinge zu bekämpfen, ohne dabei der Umwelt zu schaden.

Bacillus thuringiensis Präparate:
Pflanzenschutzmittel auf Basis von Bacillus thuringiensis können im Frühjahr ab etwa 12 °C eingesetzt werden. Bei dieser Temperatur sind die jungen Raupen ausreichend aktiv, um den Wirkstoff aufzunehmen. Das Bakterium bewirkt, dass die Larven das Fressen sofort einstellen und innerhalb weniger Tage absterben.

Neemöl Präparate:
Auch Neemöl zeigt sich teilweise gegen den Frostspanner wirksam. Als besonders effektiv hat sich die Kombination von Neemextrakt mit Bacillus thuringiensis erwiesen.

Schlupfwespen:
Unter Biogärtnern wird der gezielte Einsatz von Nützlingen zur Schädlingsbekämpfung immer beliebter. Schlupfwespen machen dem Frostspanner den Garaus, indem sie Ihre Eier direkt in die Eier der Falter ablegen. Anstelle eines Frostspanners schlüpft dann eine Schlupfwespenlarve aus dem Ei.

Finden die parasitären Insekten günstige Bedingungen in Ihrem Garten, siedeln sie sich dauerhaft an und unterstützen Sie aktiv bei der Schädlingsbekämpfung. Mittlerweile können Sie Schlupfwespen einfach im Gartenfachhandel kaufen.

So wappnen Sie Ihre Bäume gegen den Frostspanner

1. Während ein ausgewachsener, vitaler Baum die Fraßschäden, die durch einen Frostspannerbefall entstehen, in der Regel gut verkraftet, leiden junge oder geschwächte Bäume stärker unter den Schädlingen. Wässern Sie Ihre Bäume während einer Hitzewelle regelmäßig, um ihr Immunsystem zu unterstützen.

2. Versorgen Sie Ihre Obstbäume im Frühjahr mit etwas Reifkompost, Hornspänen und Algenkalk oder Gesteinsmehl. Verzichten Sie besser auf mineralische Düngemittel und überdüngen Sie die Pflanzen nicht.

3. Stärken Sie die Bäume mit selbst gemachter Brennnesseljauche. Sammeln Sie dazu ein Kilogramm frische Brennnesseln, setzen Sie sie mit 10 Litern Wasser an und lassen sie die Jauche ein bis zwei Wochen vergären, bis kleine Bläschen mehr aufsteigen. Verdünnen Sie die fertige Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser und bringen Sie sie im Wurzelbereich der Bäume aus. Die in der Brennnessel enthaltene Kieselsäure festigt die Zellwände und macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegen Schädlingsbefall.

4. Kontrollieren Sie die Baumstämme während der Wintermonate auf ovale, orangefarbene Eier. Wer keine Leimringe angebracht hat, kann auch die Äste im Bereich der Knospen absuchen. Die Tiere legen ihre Eier gerne in Rindenrissen ab.

5. Nehmen Sie eine Zahnbürste zur Hand und bürsten sie die Eier ab. Achten Sie im Bereich der Knospen darauf, nicht zu viel Druck anzuwenden.

Gastartikel von Pflanzentanzen.de

 

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