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Willkommen in der besonderen Kräutergärtnerei

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Anlage und Aussaat einer Blumenwiese?
Die beste Zeit ist nach den strengen Frösten ab Februar/März bis etwa Anfang Mai, dann wieder ab August bis Ende September. Feuchte Witterung mit nicht zu hohen Temperaturen begünstigen die Keimung.

Was sind die Voraussetzungen für die Anlage einer Blumenwiese?
Eine gute Bodenvorbereitung: Die Fläche muss frei von Unkräutern, vor allem Wurzelunkräutern, und die Erde feinkrümelig sein. Ein sonniger Standort begünstigt in der Regel Keimung und Entwicklung. Außerdem kommt es ganz wesentlich auf die Pflege, also die richtigen Mähzeitpunkte nach der Ansaat an. Sehr nahrhafte Böden bringen in der Regel die größten Probleme mit sich: Hier schießen die Pflanzen ins Kraut, Gräser und andere Stickstoff liebende Pflanzen machen sich breit und verdrängen gerne die zarteren Wildblumen, wie zum Beispiel Glockenblumen, Karthäusernelke oder Skabiose oder Wiesenkümmel.

Welche Mischung empfehlen Sie Hobbygärtnern, die schnell einen blühenden Teppich haben möchten?
Schnell prächtig blühende Teppiche erhält man definitiv mit einjährigen Mischungen. Aber: Echte Blumenwiesen bestehen immer aus mehrjährigen Mischungen – es gibt in der Natur keine einjährigen Blumenwiesen. Wer schnell eine üppig blühende Fläche haben möchte, mischt in geringem Verhältnis Einjährige hinzu. So hat man bereits im ersten Jahr die Blüte der Einjährigen, bevor im zweiten und dritten Jahr dann die mehrjährigen Wildblumen blühen und die Einjährigen wieder verschwinden.

Gibt es Mischungen für unterschiedliche Standorte?
Je schattiger, desto weniger blütenreich ist die Wiese. Für den Halbschatten gibt es aber dennoch schöne Mischungen. Für nährstoffreiche Standorte sind Fettwiesen-Mischungen ratsam und auch für Feuchtwiesen gibt es passendes Saatgut. Zudem gibt es Mischungen für Magerwiesen, Halbtrockenrasen, Schotterrasen und für die Dachbegrünung. Außerdem kann man mit speziellen heimischen Pflanzen auf mageren Böden nützliche Insekten fördern, wie mit der artenreichen Wildblumenmischung speziell für Wildbienen.

Wie pflegt man eine kurzlebige, aber schnell blühende Mischung?
Das ist einfach: ansäen, blühen lassen und im Herbst oder Frühjahr abräumen. Ist die Fläche weitestgehend unkrautfrei geblieben und haben sich die Blumen versamt, entsteht im Folgejahr von selbst eine bunte Blühfläche, vor allem, wenn zweijährige Arten in der Mischung enthalten sind. Wird die Fläche zu unkrautlastig, muss neu umgegraben und eingesät werden. Das ist meistens für ein paar Jahre möglich. Ist die Unkrautlast aber zu groß, wird es schwer, eine neue Blühfläche zu etablieren.

Wie erhält man bei mehrjährigen Mischungen die Blütenpracht?
Auf normal nährstoffreichen Standorten wird in der Regel zweimal gemäht und das Mähgut abgetragen. Die Blütenpracht wird sich mit der Zeit verändern, aber auf einer gelungenen Wildblumenwiese sollte sie nicht nachlassen. Auch wenn die Margeriten in den ersten Jahren dominieren und dann weniger werden, etablieren sich auf kalkreichen Standorten etwa Wiesen-Salbei oder Acker-Witwenblume .

Dürfen auch Gräser in die Mischung?
Der Wunsch reine, bunte Blütenflächen zu haben ist groß – doch auch Gräser gehören in jede echte Blumenwiesenmischung – sie sind überall in der Natur zu finden. Sie verhindern Bodenerosion und ihre Bedeutung für die Tierwelt, speziell für Insekten als Lebensraum ist enorm. Zurückhaltend eingemischt sollten sie in jeder Mischung sein; der richtige Schnittzeitpunkt sorgt dafür, dass sie nicht dominieren.

Wann ist der richtige Mähzeitpunkt?
Bei frischen, nährstoffreichen Standorten, wie wir sie im Hausgartenbereich oft finden, ist in der Regel eine zweimalige Mahd richtig: Das erste Mal traditionell in mittleren Lagen im Frühsommer um den 10. Juni – da sind die Grassamen noch nicht so weit, dass sie sich versamen, viele Blumen sind noch in der Blüte, aber das sollte nicht irritieren. Im Herbst kann man mähen, wenn man Zeit hat – oder sogar einen Teil bis ins zeitige Frühjahr stehen lassen, solange sich keine Mäuse auf der Fläche breit machen oder durch sehr mastigen Aufwuchs ein Filz am Boden entsteht. Sollte im Sommer ein weiterer, starker Aufwuchs erfolgen, so dass schon im Juli/August die Wiese wieder in vollem Grün und mastig da steht, sollte hier besonders am Anfang noch ein dritter Schnitt erfolgen: Die Blumen brauchen das Licht und verschwinden, wenn sie zu lange im Dunkeln ausharren müssen. Bei wirklich mageren Wiesenflächen reicht ein Schnitt pro Jahr, etwa im Juli.

Wie sollte gemäht werden?
Die Sense ist die für Tiere schonendste Variante. Bei größeren Flächen mäht man mit der Motorsense oder einem Balkenmäher. Insektenfreundlich ist es, nicht gleich die ganze Wiese zu mähen, sondern in Etappen hintereinander, damit die nektar- und pollenreichen Pflanzen nicht alle auf einmal wegfallen.

Warum darf das Mähgut nicht liegenbleiben?
Das hat mehrere Gründe: Durch das Verrotten wird der Boden mit zu vielen Nährstoffen angereichert. Außerdem würde der entstehende Filz das Aufkeimen der Wildblumen im nächsten Jahr verhindern. Auch machen sich gern Mäuse im Mähgut breit. Nach dem Mähen räumt man das Schnittgut jedoch noch nicht sofort ab, sondern lässt es trocknen – ähnlich wie beim Heuen. Den getrockneten Wiesenschnitt schüttelt man wie beim Heuwenden mit der Heugabel gut durch, bevor man es entfernt, damit möglichst viele Samen auf den Boden fallen. Anschließend lässt man das Mähgut in Wiesennähe verrotten, sodass Kleintiere und überwinternde Insektenlarven herauskommen bzw. sich ungestört entwickeln können. Oder man verwendet den Grasschnitt zum Mulchen im Gemüsegarten.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Anlage von Blumenwiesen?
Oft sind die Wiesen zu nährstoffreich, deshalb muss man sie abmagern. Es empfiehlt sich 5–10 cm Sand aufzutragen und diese etwa spatentief einzuarbeiten.
Beim Schnitt warten viele fälschlicherweise, bis die letzte Blume abgeblüht ist und mähen erst dann. Doch bis dahin haben sich auch alle Gräser versamt; diese sind konkurrenzstärker und verdrängen besonders auf nahrhaften Flächen dann die Blumen. Daher ist rechtzeitiges Mähen ratsam, auch wenn es schwerfällt, weil noch nicht alles verblüht ist.
Und: Die Wiese erhält sich nicht von alleine. Wiesen sind alte, landwirtschaftlich geprägte Flächen. Wenn der Landwirt nicht mäht, würden innerhalb kurzer Zeit Sträucher und Bäume wachsen – die Wiese würde allmählich verschwinden. Im Garten ist es genauso.
Tipp: In bestehende Flächen, die wenig Blumen enthalten, kann man grundsätzlich nachsäen. Die Flächen sollten allerdings kahle Stellen aufweisen, oder man sollte sie vorher aufrauen und bei stark graslastigen Flächen mit Klappertopf, einem Halbschmarotzer, der Gräsern Kraft entzieht, arbeiten.

Was spricht für eine Blumenwiese?
Neben der optischen und gestalterischen Bereicherung ist der ökologische Wert immens: 98% unserer Blumenwiesenflächen sind im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft verschwunden. Als Faustregel gilt: Eine Pflanze in der Wiese ermöglicht etwa zehn Tierarten Nahrung und Lebensraum. So kann man sich vorstellen, wie wichtig jedes noch so kleine Blumenwiesenfleckchen im Garten ist.
Regemäßiges Mähen muss sein, um die Blühkraft von Blumenwiesen zu erhalten (links). Der Wiesenschnitt wird vor dem Abtragen getrocknet und ausgeschüttelt (oben Mitte), damit möglichst viele Samen auf den Boden gelangen und wieder keimen können. Das Mähgut nicht liegenlassen (oben rechts), sonst haben aufkeimende Blumen darunter keine Chance

Wie muss der Boden vorbereitet werden?
Der Boden sollte vor der Aussaat gepflügt und geeggt oder gefräst worden sein. Eine feinkrümelige Struktur ist anzustreben. Das Saatbeet muss frei von Wurzelunkräutern wie Löwenzahn, Quecke, Winde, Weißklee und Disteln sein. Bei hohem Samen-Unkrautdruck die Unkräuter keimen lassen und entfernen. Danach kann eingesät werden.

Welche Menge muss ausgesät werden?
Es handelt sich um kleine Saatgutmengen pro Quadratmeter. Wir empfehlen, eine Fläche von 10 m2 oder 100 m2 abzustecken und die angegebene Menge darauf von Hand auszustreuen. Das Saatgut kann für ein besseres Ausstreuen auch mit Sand, Sägemehl oder ähnlichen Füllstoffen gestreckt werden. Zusatz von anderem, keimfähigem Saatgut ist zu vermeiden, da sie unnötige Konkurrenz schaffen und den Keimerfolg mindern.

Wann wird ausgesät?
Prinzipiell kann zwischen März und Oktober ausgesät werden. Das frühe Frühjahr bzw. der Herbst eignen sich nach unseren Erfahrungen am besten. Im Hausgartenbereich kann natürlich auch im Sommer ausgesät werden, wenn gewährleistet ist, dass die Flächen bis zur Keimung ständig feucht gehalten werden können. Bei verhältnismäßig hohen Temperaturen, wie wir sie z.B. in den Jahren 2018/2019 hatten, sollte auf eine Aussaat verzichtet werden. Die Erfahrung zeigt, dass das Saatgut auch bei ausreichender Bewässerung dann nicht keimt.

Was muss nach der Aussaat getan werden?
Nach der Aussaat sind die Flächen nur zu walzen, bei kleineren Flächen behilft man sich mit einem Brett. Das Saatgut muss nicht mit Erde bedeckt werden.

Was ist der Unterschied zwischen mehrjährigen Blumenwiesen und einjährigen Wildblumenmischungen?
Mehrjährige Blumenwiesen sind stabile Wiesengesellschaften nach dem Vorbild der Natur. Die Saatgutzusammensetzungen sind dem Naturstandort nachempfunden, um so eine über viele Jahre beständige Wiese auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen oder im eigenen Garten anzulegen. Soll eine Fläche langfristig in eine Wildblumenfläche umgewandelt werden, empfehlen wir grundsätzlich eine mehrjährige Wildblumenwiesenmischung zu nehmen.
Einjährige Wildblumenmischungen sind Zusammenstellungen von schönen und für Insekten wertvollen einjährigen Arten. Diese kamen früher traditionell in Äckern oder kurzfristig brachliegenden Feldern vor. Langfristig bleiben diese Flächen nicht bestehen. Lässt man die Samen jedoch ausfallen kann auch im Folgejahr noch einen schöner Blühaspekt entstehen, sofern der Unkrautdruck nicht zu hoch ist. Steht eine Fläche nur kurzfristig für eine Einsaat zur Verfügung, so eignen sich die einjährigen Mischungen.

Soll ich eine einjährige oder eine mehrjährige Mischung aussäen?
Grundsätzlich: Soll die Fläche nur für ein Jahr begrünt werden und dann wieder anders genutzt werden, empfiehlt sich eine einjährige Mischung (M7/M12). Steht die Fläche für zwei bis drei Jahre zur Verfügung kann mit einer ein- bis mehrjährigen Mischung gearbeitet werden (M13). Steht sie längerfristig zur Verfügung, so ist es sinnvoll mit einer mehrjährigen Mischung einzusäen. Durch die Beimischung einer geringen Menge Einjähriger kann eine Blüte bereits im ersten Jahr erreicht werden. Die Mischung selbst beginnt dann meistens ab dem 2. Jahr zu blühen und erhält sich bei korrekter Pflege dauerhaft blütenreich - aber ohne Einjährige, diese verschwinden, da sie zur Keimung offenen Boden benötigen. 
Möchte man Wildbienen mit einem guten Nahrungsangebot im Garten unterstützen, so kann man zwischen M12 und M13 wählen. M12 kann auf unkrautfreien Flächen für mehrere Jahre auf der Fläche angebaut werden - sobald Unkraut aufkommt, wird es immer schwerer für die Arten, sich zu etablieren, die Flächen sehen dann oft im 2. oder 3. Jahr nicht mehr schön aus. Hier empfiehlt sich ein jährlicher Wechsel der Fläche. Bei M13 beginnen im 2. Jahr die mehrjährigen zu blühen, die sich dann je nach Unkrautlast auch in den folgenden Jahre ausbreiten und die Fläche vereinnahmen.

Wie pflege ich meine einjährige Wildblumenmischung?
Bei einjährigen Mischungen muss nur im Herbst gemäht und abgeräumt werden. Zwischendurch sollte die Fläche beobachtet werden. Sollten Unkrautpflanzen überhandnehmen, sollte man eingreifen und jäten.

Wie pflege ich meine mehrjährige Blumenwiese?
Die Pflege während der ersten beiden Jahre entscheidet wesentlich über den Fortbestand einer dauerhaften, blütenreichen Blumenwiese. Wichtig! In der Regel befinden sich im Boden sehr viele unerwünschte Wildkräuter und Grassamen, die nun natürlich auch keimen. Oft sind die Flächen z.B. mit Gänsefuß (Chenopodium album), Greiskraus (Senecio vulgaris), Gänsedistel (Sonchus arvensis) oder Acker-Fuchsschwanzgras (Alopecurus myosuroides) verunkrautet. Um deren Konkurrenz nicht zu groß werden zu lassen, empfehlen wir im Falle des Aufwachsens von Unkräutern einen ersten Schnitt etwa 8-10 Wochen nach der Aussaat. Dies hat keinerlei Auswirkungen auf die am Boden aufwachsenden Rosetten der mehrjährigen Blumenwiesenarten. Je nach Jahresverlauf sind ggf. weitere dieser „Schröpfschnitte“ auszuführen. Im zweiten Standjahr sind diese Problemkräuter meistens nicht mehr vorhanden.
Im 2. und 3. Jahr nach der Aussaat reichen in der Regel zwei Schnitte pro Jahr. Der erste Schnitt sollte bei Mischungen ohne Klappertopfaufkommen vor der Samenreife der Gräser liegen (traditionell in mittleren Lagen Süddeutschlands: 1.-2. Juniwoche). Auf sehr mageren Standorten kann ein Schnitt reichen. Für unsere Saum-Mischungen genügt dann ein jährlicher Schnitt. Das Mähgut muss abgetragen werden! Auf Düngung ist auf allen Aussaatflächen zu verzichten.

Wann muss meine mehrjährige Blumenwiese gemäht werden?
Die meisten Fehler werden beim Verpassen des richtigen Mähzeitpunktes gemacht. Da die Wiese Ende Mai/Mitte Juni noch wunderschön blüht, mähen die meisten Leute die Fläche erst dann, wenn sie total verblüht ist. Das ist ein Problem! An nährstoffreichen Standorten wird der Bestand 80-100 cm hoch. Dies bedeutet für niedrige Rosetten von z.B. Margeriten, Karthäusernelken und vielen mehr eine lange Beschattung im bodennahen Bereich. Sie verschwinden aus Lichtmangel. Eine späte Mahd bedeutet aber auch, dass Gräser sich überproportional vermehren und zusätzliche Konkurrenz für lichthungrige Blumen darstellen. Der richtige Zeitpunkt für den 1. Mähtermin ist bei mittleren bis nährstoffreichen Wiesen die 1. oder 2. Juniwoche. Je nachdem wie die Samenbildung bei den Gräsern voranschreitet.
Der Zeitpunkt der 2. Mahd liegt Ende August/Mitte September. Das Mähgut muss - frisch oder getrocknet - abgeräumt werden.

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