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Historische Rosen und ihre Pflege

Rose Pompon de Bourgogne

Rose

Denkt man bei Duftpflanzen nicht als erstes auch an Rosen? Einen Duftgarten ohne Rosen kann man sich schwer vorstellen. Wir haben in unserem Duftgarten nicht das Augenmerk auf Rosen gelegt, aber möchten Ihnen die Vielfalt und Schönheit dieser Pflanzen näher bringen. Schon in viktorianischer Zeit waren Rosen wegen ihres Dufts beliebt, das zeigen viele Gemälde aus dieser Zeit. Sehr beliebt waren damals die Moosrosen, da diese einen balsamischen Duft in ihrem Laub besitzen, der durch zerreiben der Triebe und Blätter zwischen den Fingern freigesetzt wird. Dieser mischt sich dann mit dem Duft der Blüten. Besonders intensiv wird der Duft, wenn die Blüten zu welken anfangen. Auch ist der Gehalt an ätherischen Ölen in der Zeit zwischen der Morgendämmerung und 10 Uhr vormittags am höchsten.

Rosa trigintipetala
Das ist wichtig zu wissen, wenn man die Blüten in der Küche oder zur Rosenölgewinnung ernten möchte. Für die Rosenölgewinnung wird z.B. in der Türkei, Iran und Bulgarien die Rose damascena "Trigintipetala" feldweise angebaut.
Bei uns bringen die Rosen zum einen Struktur, Raum und Ästhetik in die Beete und zum Anderen harmonieren Duft, Farbe und Form mit den duftenden Begleitpflanzen.
Rosa damaszena


Bei über 2000 verschiedenen Sorten alter Rosen haben wir uns nur auf eine kleine Auswahl beschränkt, z.B. Rosa damascena "Rose de Resht", Rose damascena "Trigintipedala", Rosa "Boule de Neige"....
Wichtige Kriterien bei der Rosenauswahl sind neben Farbe, Form, Duft und Größe folgende:
Verfügbarkeit, Verlässlichkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten.

Die Alten Rosen werden in verschiedene Klassen aufgeteilt. Wichtige Unterscheidungsmerkmale sind neben der Blüte auch Laub und Stacheln, woran sich oft schnell eine Zuordnung erkennen lässt.
Eine erste wichtige Aufteilung erfolgt jedoch in einmal blühende und öfter blühende Rosen.

Rosa officinalisEinmal blühende Rosen haben oft die schönere Struktur und Form, was vor allem auch in den Wintermonaten von Bedeutung ist. Außerdem sind sie auch winterhärter als öfter blühende Sorten. Die Blütezeit liegt zwischen fünf und sechs Wochen in den Sommermonaten. Je nach regionalem Klima sind öfter blühende Sorten nicht zu empfehlen. Z.B. sind Standorte mit kalten Wintern und kurze Sommern für diese Rosen nicht geeignet, da der erste Blütenflor erst im Hoch-oder Spätsommer erscheint, reicht dann die Zeit nicht mehr für eine Ausdehnung der Blütensaison.
Leider ist auch anzumerken, dass die öfter blühenden Rosen größtenteils auch anfälliger für Krankheiten sind.

Klassifizierung einmal blühender Rosen:

Gallica- Rosen:
dunkelgrünes Laub mit sieben spitzen Fiederblättchen und dünnen haarähnlichen Stacheln. Dicht verzweigter Wuchs.
Blüten in dunklen Farben, in den Schattierungen Rot und Purpur.

„Cardinal Richelieu“ eingeführt von Laffay, Frankreich 1840, Blüte Dunkel-Purpur
120 cm x 90 cm
„Charles de Mills“ Herkunft unbekannt, vermutlich um 1850, Blüte karmesinrot, später purpur, Duft sehr flüchtig, 150 cm x 120 cm
„Gloire de France“ eingeführt von Rosier, Frankreich 1820, Blüte sehr reizvoll, zartes Mauve-Rosa, angenehmer intensiver Duft, 100 cm x 90 cm.
„Pompon de Bourgogne“ 1664 entdeckt, besonders geeignet für formalen Garten, als Hecken, wichtig starker Rückschnitt, damit sie klein und hübsch bleibt. Kleine weinrote Blüten, 
90 cm x 60 cm
Rosa gallica var. Officinalis, vor dem 12.Jh., Apothekerrose, wegen Heilwirkung, leuchtend karmesinrote Blüten mit gelben Staubgefäßen, Hagebutten mit hohem Vitamin C-Gehalt. 
120 cm x 120 cm.
R. gallica „Versicolor“ („Rosa Mundi“) Herkunft unbekannt, vermutlich 16.Jh. , wird auch als „Rosa Mundi“ bezeichnet, vermutlich nach Fair Rosamund, der Mätresse Heinrich II. Von England. Blüte zartrosa mit purpurnen Streifen überzogen, kein Duft aber sehr beliebt bei den Bienen, im Herbst viele Hagebutten, 120 cm x 120 cm.

Damascener-Rosen:
Weiches, blaßgrünes Laub mit sieben Fiederblättchen und sowohl Härchen als auch Stacheln.
Alte Rosen, die am stärksten duften.
Heimisch in trockenem heißen Klima, im gemäßigtem Klima neigen sie zu starkem Wachstum.

„Madame Hardy“ eingeführt von Eugene Hardy, Jardin du Luxembourg, Frankreich 1832, schön geformte weiße Blüten mit kleinem grünen Auge, Duft intensiv, leicht zitronig. Auch als Kletterrose für schwierige, schattige Standorte, 150 cm x120 cm.
„Ispahan“ vor langer Zeit in Persien eingeführt, gehört unter den Alten Rosen zu denen mit der längsten Blütezeit (volle sechs Wochen), Duft intensiv, auch als Kletterrose, 150 cm x120 cm.

Zentifolien:
Matt grünes Laub mit sieben Fiederblättchen und sowohl haarähnlichen als auch säbelförmige Stacheln.
Die Blüten haben warme, satte Schattierungen von Rosa. Sie lassen sich von den Damascener-
Rosen leicht unterscheiden durch die auffällig geflügelten Kelchblätter.
Sie lieben starke Sonneneinstrahlung, für wechselhaftes, gemäßigtes Klima nicht so geeignet.

Rosa x centifolia („Provence-Rose“) Europa vor 1600, in Frankreich, in der Umgebung von Grasse zur Gewinnung von Rosenöl angebaut, 150 cm x 120 cm.
„Fatin-Latour“, Frankreich vor 1900, Name zu Ehren des Blumenmalers Fatin-Latour, eine der schönsten Alten Rosen, Duft nur gering, leicht zu kultivieren, zarte muschelrosa Blüten.
„Blanchefleur“ eingeführt von Vibert, Frankreich 1835, Blüten mittelgroß und gefüllt weiß mit einem Hauch von zartrosa, Duft köstlich, blüht früh und sehr reichlich, 120 cm x 90 cm.
„De Meaux“, entdeckt im Garten des Bischofs de Meaux, Frankreich 1789, Miniaturrose unter den Zentifolien, eignet sich für hübsche niedrige Hecken, Blüten in der Mitte dunkler rosa als am Rand, 90 cm x 90 cm.

Moosrosen:
Laub mit sieben Fiederblättchen und stachligen Trieben.
Der Kelch ist mit charakteristischem „Moos“ bedeckt.
Die Blüten haben einen balsamischen Duft.

„Old Pink Moss“ (R.x centifolia „Muscosa“, Common Moss“ oder „Communis) Frankreich vor 1700, stark bemoost, der Duft der Blüten kommt am besten zu Geltung, wenn das Moos leicht zerdrückt wird. Gedeiht am besten bei trockener warmer Witterung,150 cm x120 cm.
„William Lobb“ eingeführt von Laffay, Frankreich 1855, außergewöhnliche alte Gartenrose. Blütenfarbe dunkelpurpur, je nach Lichteinfall auch blau, schiefergrau oder lila erscheinend,
180 cm x 120 cm.

„General Kleber“, eingeführt von Morseau-Robert, Frankreich 1856, eine der schönsten Moosrosen, Blüten anfangs zartrosa, im Verblühen weiß, duftendes grünes Moos und hellgrünes Laub, 120 cm x 100 cm.

Alba-Rosen:
Graugrünes Laub mit sieben Fiederblättchen und spitz, säbelförmigen Stacheln.
Blüten meist Zartrosa oder weiß. 

„Felicite Parmentier“ eingefügt von Parmentier, Frankreich 1836, zarter reizvoller Strauch, auch für kleinen Garten geeignet, Blüte zartrosa, guter Duft, 100cm x 90 cm.
„Königin von Dänemark“ eingeführt 1826, gezüchtet von Booth, Großbritannien, die hübscheste unter den Alba-Rosen, Blüten von warmen sattem Rosa, intensiver Duft, 150 cm x 120 cm.
„Madame Plantier“, eingeführt von Plantier, Frankreich 1835, blaßgrünes Laub, fast stachellos, intensiv duftend, reinweiße Blüten, gut winterhart, lässt sich gut an Kletterhilfe ziehen, 
150 cm x 120cm
„Belle Amour“ entdeckt in einem Kloster in Deutschland um 1950, Duft außergewöhnlich: würzig und prickelnd, an Myrrhe erinnernd, Blüte: feines lachsrosa, im Herbst orangefarbene eiförmige Hagebutten, 150cm x 120 cm.

Klassifizierung öfter blühender Rosen

China-Rosen:
die Eigenschaft öfter zu blühen geht auf die China-Rose zurück, sie wurde in China schon in sehr früher Zeit seit ca. 10. Jh. kultiviert. Kam Ende 18.Jh. nach Europa und wurde dort für Kreuzungen verwendet, leider auf Kosten der Gesundheit. Die daraus entstandenen öfter blühenden Rosen sind krankheitsanfälliger geworden.

„Old Blush China“ („Parsons Pink China“, R. X odorata „Pallida“), China 1789, erste Rose die nach Europa kam, Blüten Rosa mit einem Hauch von Blau in den Schattierungen, in Büscheln zu dreien oder vieren, fast frei von Krankheiten, leicht zu kultivieren, schön mit Rosmarin zusammen, 105 cm x 90 cm. 

Portland-Rosen:
Abstammung vermutlich von Damaszener-Rose. Die Portland-Rosen zeichnen sich durch starke Verzweigung, schönes Laub und wunderbarer Duft aus.

„Comte de Chambord“ („Madame Boll“), Frankreich 1836, Blüten dicht gefüllt, klar rosa, zur Mitte hin dunkler, toller Duft, schöner Wuchs, eine der ersten, die blüht und bis hin zu den ersten Frösten.
„Rose de Resht“ von Nancy Lindsay 1949 im Nordiran entdeckt, karmesinrote Blüten in Pomponform, hervorragender Duft, Blüten geeignet für Potpourri, Herstellung von Rosengelee, ideal auch für kleinen Garten, relativ frei von Krankheiten, 90 cm x 75cm.
„The Portland-Rose“ („Duchess of Portland“) Blüten leuchtend karmesinrosa, halb gefüllt, für die Nachblüte wichtig, dass verwelkte Blüten ausgeschnitten werden, 105 cm x 90 cm.

Bourbon-Rosen:
aus einer Kreuzung zwischen Damaszener-Rose und China-Rose entstanden, der Wuchs ist eher schlank, aufrecht, daher für Säulen oder Klettergerüste geeignet, Duft ist lieblich und intensiv.

„Boule de Neige“ eingeführt von Lacharme, Frankreich 1867, weiße Blüten, deren Blätter sich bald zurückbiegen und eine kugelige Form annehmen, gedeiht am besten im lichten Schatten,
135 cm x 90 cm.
„Louise Odier“ eingeführt von Margottin, Frankreich 1851, Blüten dunkel rosa mit Andeutung von Lila, blüht den ganzen Sommer mit einem warmen intensiven Duft.150cm x 90 cm.
„Madame Isaac Pereire“ eingeführt von Garcon, Frankreich 1881, größte und starkwüchsigste Bourbon-Rose, Blüten dunkelkarmesin mit hervorragendem Duft, am besten als Kletterrose gezogen, 175 cm x 120 cm.

Polyantha-Rosen:
kleine öfter blühende Rosen, gut für Randbepflanzung geeignet, Blüten in kleinen Büscheln erscheinend.

„Littel White Pet“ eingeführt von Henderson, USA 1879, hübsche Dolden mit creme weiß dicht gefüllten Blüten, zwergwüchsig, daher gut für Töpfe , niedrige Hecken, Randbepflanzung, sehr winterhart und weitgehend frei von Krankheiten, 75 cm x 60 cm.
„Yvonne Rabier“ eingeführt von Turbat, Frankreich 1910, Blüten weiß mit würzigem Duft, blüht weiß und kontinuierlich, schön schimmerndes Laub, weitgehend frei von Krankheiten,
100 cm x 60 cm.

Rugosa-Rosen:
Sie kamen 1784 aus Japan nach Europa, relativ frei von Krankheiten, erfordern nur wenig Rückschnitt und kein Ausschneiden verwelkter Blüten, da die Hagebutten im Herbst genauso attraktiv sind. „Rugosa“ bedeutet runzlig und bezieht sich auf das derbe stark geäderte Laub. Triebe sind verhältnismäßig stachelig, salzverträglich, geeignet für Hecken oder Solitär im Rasen.

„Blanc Double de Coubert“ eingeführt von Cochet-Cochet, Frankreich 1892, den ganzen Sommer reinweiße, halb gefüllte duftende Blüten, dunkelgrünes Laub, 180 cm x150 cm.
„Frau Dagmar Hastrup“ eingeführt von Hastrup, Deutschland 1914, schöne große rundliche in jedem Stadium reizvolle Hagebutten von blaßgrün bis dunkelrot. Blüten einfach, rosa und duftend, den ganzen Sommer über, für schöne mittelhohe Hecken, 135 cm x120 cm.
„Roseraie de l´Hay“ eingeführt von Cochet-Cochet, Frankreich 1901, weinrot purpurne gefüllte Blüten mit intensivem Duft, Laub hat im Herbst schöne bronzegelbe Färbung, 180 cm x 180 cm.

Zum Abschluss ein paar Anmerkungen zur Pflege Alter Rosen:
Alte Rosen benötigen einen guten lockeren Boden mit viel Kompost oder gut verrottetem Mist. Auf Kunstdünger, wie es z.B. gerne bei den Tee-Hybriden angewendet wird, sollte möglichst verzichtet werden, da sonst die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten leiden kann. Bei Mangelerscheinungen eher auf organische Dünger zurückgreifen, wirkungsvoll ist oftmals ein Flüssigdünger über das Laub.
Haltet man ein paar Regeln beim Schneiden der Alten Rosen ein, ist auch dies keine Hexerei. Der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt, was und wieviel man abschneidet hängt davon ab, ob es sich um einmal- oder öfter blühende Rosen handelt.

Eine kurze Zusammenfassung gibt folgender Überblick:

Das Schneiden von einmal blühenden Strauchrosen:
Im Sommer werden die vegetativen Triebe (Triebe ohne Blütenknospen) zurück geschnitten, sobald an den vorjährigen Trieben die Blütenknospen aufbrechen und etwas Farbe zeigen.
Im Spätsommer oder Frühherbst werden ebenfalls vegetative Triebe und niedergedrückte Triebe bis auf Blütenhöhe zurück geschnitten unter Beachtung der Form des Strauches.
Während der Wintermonate bis zum zeitigen Frühjahr werden Stümpfe und totes Holz entfernt und der gesamte Strauch auf die vorjährige Rückschnitthöhe zurückgenommen, dabei auf die schöne Form des Strauches achten.

Das Schneiden von öfter blühenden Strauchrosen:
Sommer bis Frühherbst: Hier ist das ständige Ausschneiden verwelkter Blüten oder abgeblühte Blütenbüschel während des Sommers wichtig. Auch lange Blütentriebe, die das Aussehen des Strauches beeinträchtigen, sollten zurück geschnitten werden. Bei Portland-Rosen nur verwelkte Blüten ausschneiden und Rugosa- Rosen überhaupt nicht schneiden, wegen der Hagebutten.

Während des Winters bis zum zeitigen Frühjahr werden alle Blütentriebe bis auf Rückschnitthöhe zurück geschnitten (ca. bis auf die Hälfte). Auf die gewölbte Form des Strauches achten. Um eine Verkahlung vorzubeugen werden Neutriebe, die aus der Basis ausgehen, unten zurück geschnitten.