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Heilpflanzen im Duftgarten

Krainer Thymian, Thymus froelichianus

Krainer Thymian, Thymian froelichianus

Wer hat nicht schon einmal ein pflanzliches Heilmittel genutzt? Auch der Pfefferminztee am Abend oder das Chili-Wärmepflaster bei Gelenkschmerzen und sogar die Cola wie auch der Kaffee können Heilmittel sein, denn sie beinhalten- mehr oder weniger sichtbar Pflanzen- oder Pflanzenauszugstoffe, die auf unseren Körper einwirken. 
Im Duftgarten finden sich in allen Beeten die verschiedensten Heilpflanzen. So findet der Besucher in der Duftrasenecke Kamille und Thymian, beide robust ausdauernd und heilsam. Das Minzebeet spricht für sich. Im Wermutbereich wachsen viele bittere Artemisien, die als Heilkraut Wirkung auf die Verdauungsorgane haben. Auch die Iris am Wegrand, der Hopfen am Zaun oder die Ysophecke hinter dem Kärntner Tollkraut können dem Menschen bei Beschwerden oder Verletzungen helfen.

Das Würzkräuterbeet ist auch zugleich ein Heilpflanzenbeet. Besonders viele der gängigen Küchenkräuter, wie Bohnenkraut, Basilikum, Oregano oder Thymian wirken verdauungserleichternd und sind sekretionsanregend. Salbei in Salbeinudeln oder Kapuzinerkresse im Salat geben nicht nur dem jeweiligen Essen eine besonders leckere Note. Beide (Heil- und Würz-) Kräuter haben desinfizierende Wirkung. Diese Eigenschaften finden auch in der Heilkunde Anwendung.
Im extra deklarierten Heilpflanzenbeet sind besonders populäre Heilpflanzen angepflanzt. Die Weinraute zieht mit ihren festen, graublau gefiederten Blättern die Aufmerksamkeit auf sich. Wer schon einmal die Blätter zu sich genommen hat, wird diese Heilpflanze nie mehr vergessen: Bitter und herb bleibt sie ewig in der Erinnerung. Photosensible Menschen sollten sie meiden. Wie auch bei Johanniskraut, Engelwurz und Diptam können die ätherischen Öle dieser Pflanzen auf der Haut bei Sonnenschein Verbrennungen verursachen. Günstig wirkt die Weinraute jedoch auf die Verdauungsorgane und hilft u.a. bei Magenleiden.

>>Pflanzenpaket für den Apothekergarten

Zur Blütezeit auffallend sind der Heilziest, eine kaum mehr genutzte vielseitige Heilpflanze, und vor allem der Purpursonnenhut, besser bekannt unter dem Namen Echinacea. „Guck, da ist die Echinacin…“, hören wir öfter von Kunden, wenn wir in der Nähe des Heilpflanzenbeetes im Duftgarten sind. Die stacheligen Blütenköpfe haben ihr den Namen Igelkopf eingetragen. In der Signaturenlehre wird ein Auszug angewendet, wenn jemand sich nicht genug gegen seine Umwelt abgrenzen oder wehren kann, einfach gesagt, zu wenig igelig ist. Begehrt und allerorts bekannt ist das Immunstärkungsmittel aus dem Sonnenhut. Vielen Menschen hilft es, ohne Erkältung und Grippe über den Winter zu kommen. 
Wer die Pflanze nicht zur Verarbeitung hernimmt, kann lange zusehen wie unendlich viele Insekten, ich meine Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und auch Schmetterlinge, die Blüten besuchen und sich an Ihrem Nektar laben.

Es gibt Pflanzen, da sollte man sich gut überlegen, ob man sie im Garten haben möchte. Der Beinwell ist eine davon. Abzuwägen gilt der ungezügelte Ausbreitungsdrang und die starke Versamung des Beinwells mit den unbestreitbaren Vorzügen dieser Heilpflanze. Der kräftige Wuchs verdrängt alles, was sich ihm in den Weg stellt.
Wenn Sie nur über einen kleinen Garten mit ein paar Beeten verfügen, pflanzen Sie ihn besser nicht aus. Allenfalls in einer ungenutzten Ecke des Gartens, etwa in der Nähe Ihres Kompostplatzes.

Fenchel, Foeniculum vulgare var. rubrum


Wen die ungehemmte Verbreitung des Beinwells nicht stört, der kann gleich mehrere Sorten mit unterschiedlichen Blatt- und Blütenfarben auspflanzen: So gibt es panaschierte Sorten, die besonders vor dunklem Hintergrund leuchten. Die Blütenfarben können von weiß über rosa und violett bis burgunderrot variieren. Wunderbar ist die Heilkraft des Beinwells. Die Blätter und mehr noch die Wurzeln beinhalten einen Schleimstoff, der schon dabei geholfen haben soll, dass gebrochene Knochen wieder wie „geleimt“ zusammengewachsen sind.

Der rotblättrige Fenchel (Foeniculum vulgare var. rubrum) ist eine der sehr hochwachsenden Heilpflanzen. Bis zu 2,5 m kann eine Pflanze bis zum Spätsommer erreichen. Diese Fenchelart bildet allerdings keine Knollen, sondern steckt seine Kraft in die Stängel und Blütenbildung. Gegessen oder als Tee aufgebrüht werden können die Blätter, Blüten und Samen.

Noch eine faszinierende Heilpflanze ist die Meisterwurz (Peucedanum ostruthium). Äußerlich ist sie der Engelwurz sehr ähnlich, jedoch geht sie zur Blütezeit nicht über 1 m Höhe hinaus. Früher wurde die Wurzel häufig bei krampfartigen Schmerzen, Verspannung oder Magenbeschwerden genutzt. Genauso wie die Blätter ist die Wurzel sehr aromatisch. Leider stellt die Meisterwurz hohe Ansprüche an den Standort. Sie mag kalkreichen wie auch Urgestein-Schotterboden und findet sich im Gebirge auch an im Untergrund feuchteren Stellen, z..B. nahe Bachläufen. Leider verschwinden die ausgepflanzten Exemplare bei uns immer sehr schnell, auch wenn wir schon verschiedenste Standorte ausprobiert haben.

Noch viele andere Heilpflanzen sind im Heilpflanzenbeet zu entdecken. Nur das Herzgespann soll noch erwähnt werden: Langsam schiebt sich bei Blühbeginn der ährenförmige Blütenstab nach oben und öffnet fast schon rhythmisch eine rosafarbene Lippenblüte nach der nächsten, bis nach etlichen Wochen, hundertfachem Bienen- und Hummelbesuch und dem Erreichen von bis zu
150 cm die letzte Blüte geöffnet ist. So sollen Auszüge dieser Pflanze dann auch
z. B. bei Herzrhythmusstörungen helfen. Ihre gesamten Anwendungsmöglichkeiten sind viel größer, jedoch gehört sie auch zu den fast nicht mehr angewendeten Heilpflanzen.

Beim Betrachten dieser vielen Heilpflanzenschönheiten muss sicherlich niemand einen Rat einholen, zur Anwendung jedoch gilt: Zu Risiken und Nebenwerkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!