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Wildtriebe bei Veredlungen

"Die hab ich doch gar nicht gepflanzt!"

Pfingstrosen- und Rosenfreunde kennen das besonders gut. Auf einmal blühen an der gekauften Pflanze verschieden große und verschiedenfarbene Blüten. Des Rätsels Lösung: Bei Ihrer Pflanze handelt es sich um eine Veredlung und die Unterlage, auf die Ihre Pflanze aufgepfropft wurde, hat ausgetrieben. Um Strauchpfingstrosen und Edelrosen sortenrein zu erhalten, werden sie auf Unterlagen veredelt. Bei den Strauchpäonien dienen die Wurzeln der Staudenpfingstrosen als Veredlungsunterlage. Bei Edelrosen sind es meist die Wildformen der Rosen, also z.B. Hundsrose etc. Wie tief man allerdings die veredelte Pflanze dann setzt, kann sehr unterschiedlich sein. Strauchpfingstrosen werden so tief gesetzt, dass die Veredlungsstelle 10-15 cm mit Erde bedeckt ist. Hier ist es erwünscht, dass der Edelreiser eigene Wurzeln bildet und die Unterlage nach Jahren abstirbt. Bei Pfingstrosen ist der unerwünschte Austrieb ebenfalls leicht zu erkennen. Er stirbt im Winter ab und treibt im Frühjahr wieder aus. Rosen werden so tief gesetzt, dass die Veredlungsstelle mindestens 5 cm unter die Erde gelangt. Das schützt die Veredlungsstelle vor Frost und verhindert die Bildung von Wildtrieben.

Rosen

Linkes Blatt: Edelrose, 5 Einzelblätter, Blattspitzen eher rund

Rechtes Blatt: Wildrose, 7 Einzelblätter, Blattspitzen spitz

Wenn Rosen blühen, erkennt man Wildtriebe natürlich sofort an der viel kleineren unscheinbaren rosafarbenen Blüte. Außerdem haben die Wildrosen siebenblättrige Zweige und die Blätter sind deutlich spitzer.

Das Phänomen, das bei einer veredelten Pflanze die Unterlage durchtreibt, kennt man bei vielen Gehölzen ebenso. Wildtriebe beim Flieder können den Edelflieder sogar verdrängen. In Weinbaugegenden kennt man das Problem bei Mandelbäumen, wo auf den Wildtrieben plötzlich irgendwelche Pflaumensorten wachsen.

Die Veredlungsstelle ist im allgemeinen leicht zu erkennen, da zwei verschiedene Gehölzarten an der verdickten Stelle des Gehölzes zusammengewachsen sind. Außer wie besprochen bei Pfingstrosen und Rosen muss die Veredlungsstelle immer über dem Erdboden liegen, damit ein ungewollter Wurzelaustrieb der Edelreiser verhindert wird.

Grundsätzlich müssen alle Wildtriebe entfernt werden, da sie sonst gerne die Oberhand gewinnen und der Edelreiser langsam abstirbt.

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