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Lilium longiflorum - Osterlilie

L. longiflorum, in Südjapan heimisch, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aus japanischer Gartenkultur nach England eingeführt.Erst viel später erfolgte die Feststellung des Wildvorkommens auf Inseln im Ost- und Westchinesischen Meer. Die natürlichen Standorte an Korallenfelsen auf Kalkböden mit Jahresniederschlagsmengen von 2000 mm und in einer geographischen Lage, die etwa der des südlichen Mittelmeeres und Nordafrikas entspricht, geben uns bereits wichtige Hinweise auf die Ansprüche, die diese Lilienart an ihre Umwelt stellt.
L. longiflorum mit langen trompetenförmigen Blumen in reinem Weiß, die bis zu 14 auf reichlich 1 m hohem Schaft stehen, gehört zu den schönsten Lilienarten, die wir kennen. Besonders in Amerika findet diese Lilie für den Topfverkauf und Schnitt in großen Mengen Verwendung; bis zu den Weltkriegen war auch die Einfuhr blühfähiger Zwiebeln nach Europa groß. Ihre Eignung zu einem Verfrühen für Osterblüte führte zu der Bezeichnung Osterlilie. Durch Lagerung der Zwiebeln in Kühlräumen und satzweises Aufsetzen zum Treiben ist es - ähnlich wie bei der Verwendung von Eiskeimen bei Maiblumen -- fast das ganze Jahr über möglich, blühende Lilien auf den Markt zu bringen. Da die Zwiebel des L. longiflorum bereits im Spätherbst austreibt und erfriert, wenn sie Frost erreicht, lässt sich diese Lilienart bei uns im Freien nicht kultivieren. Die Zwiebeln für die Kultur unter. Glas mussten daher aus Japan bezogen werden, wo ein großer Anbau zu Exportzwecken durchgeführt wird. In neuerer Zeit hat sich unter klimatisch günstigen Bedingungen ein bedeutender Anbau auf den Bahamainseln (im Atlantischen Ozean, Mittelamerika) und in Nordamerika (Florida, Nordkalifornien, Oregon, Texas, Washington) entwickelt. Die aus japanischer Gartenkultur stammenden Zwiebeln, die zu niedrigeren Preisen auf den Weltmarkt kommen, sollen sich den amerikanischen Herkünften gegenüber durch größere Festigkeit und Schwere auszeichnen, aber stärkere Virusanfälligkeit aufweisen.
Die Zwiebel des L. longiflorum ist flach-kugelförmig, hat einen Durchmesser bis zu 12 cm und gelbliche bis rahmweiße Farbe. Die Stengel, die an der Basis `Wurzeln und auch Brutzwiebeln zu bilden vermögen, sind bei den verschiedenen Kulturformen hellgrün bis fast schwarz. Die Blumen, die bis zu 16 cm Länge und 4 cm Durchmesser haben, sind in einem pyramidenförmigen Blütenstand locker angeordnet. Hellgelbe bis hellorangefarbene Staubbeutel erhöhen die Wirkung der reinweißen Blumenblätter.
Die Vermehrung des L. longiflorum und seiner Formen wird in den Großanbaugebieten sowohl generativ wie auch vegetativ vorgenommen.
Bei Vermehrung durch Samen treten häufig Abänderungen in den Farbtönen auf. Ausgesät wird stets frisches Saatgut; die Samen keimen nach wenigen Tagen, und die Sämlinge blühen nach 9 bis 11 Monaten. Die Sämlinge der Herbstaussaat stellen im Gewächshaus das Wachstum auch während des Winters nicht ein und blühen unter Glas dann bereits im folgenden Jahre. Um Brutzwiebeln am unteren Ende des Stengels zu gewinnen, schneidet man die Stengel sogleich nach der Blüte über der Zwiebel ab und schlägt sie an schattiger Stelle in feuchten Sand ein. Dieses Verfahren wird im Anbau-, gebiet von Oregon und Washington angewendet. Das Niederbiegen des Stengels dient der Gewinnung von Brutzwiebeln, die sich in den Blattachseln bilden. Das Vermehrungsverfahren durch diese Achselzwiebeln soll sehr schnell und produktiv sein.
Die Vermehrung durch Zwiebelschuppen ist das gebräuchlichste Verfahren. Man schneidet hierbei die Schuppen mit scharfem Messer von der Zwiebel ab und legt sie in sandigen Boden auf Freilandbeete in 5 cm tiefe Rillen aus. Nach dem Auslegen wird die Bodenoberfläche mit einer etwa 3 cm hohen Strohschicht leicht bedeckt. Im Herbst des folgenden Jahres werden die Zwiebeln aufgenommen und in mäßig feuchtem Torfmull bei 16 °C 1 bis 2 Tage gelagert.
Die Ernte der für ein Verfrühen bestimmten Zwiebeln darf nicht zu früh, etwa 8 Wochen nach der Blüte, vorgenommen werden. Zur Kultur eignen sich nur sandig-humose, tiefgründige Böden. Die Seenähe der Hauptanbaugebiete bietet mit reichlichen Niederschlägen während der Hauptwachstumszeit günstige Wachstumsbedingungen.
Zu Schnittzwecken können L. longiflorum auch auf Grundbeeten im Haus ausgepflanzt werden. Die Zwiebeln sind dann im September/Oktober 12 bis 15 cm tief zu legen. Für guten Wasserabzug muss durch Sandunterlage gesorgt werden, da stagnierende Nässe zu Fäulnis führt. Bis zum Austrieb kann der Platz zwischen den Pflanzen, die in Reihenabständen von 90 bis 100 cm und Entfernungen innerhalb der Reihen von 12 bis 18 cm ausgelegt werden, durch Zwischenstellen von Topfpflanzen genutzt werden. Die Haustemperaturen sollen 12 bis 15 °C nicht überschreiten; bei starker Sonnenstrahlung muss entsprechend gelüftet werden.

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