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Lilium - Lilie

Der Gattungsname Lilium als altrömische Bezeichnung für die prächtig blühenden Zwiebelgewächse zeigt, dass diese bereits den Völkern des alten Weltreiches bekannt waren, wie viele überlieferte Werke der bildenden Kunst und Dichtung des Altertums bestätigen.Als Zierpflanze wurde wahrscheinlich zuerst die im Mittelmeergebiet beheimatete Weiße Lilie (L. candidum) verwendet. Altgriechische Schriftsteller erwähnen auch die Scharlachlilie (L. chalcedonicum), deren Heimat Griechenland ist.
In Mitteleuropa fand die Lilie als Heilpflanze während des Mittelalters Eingang in die Gärten. Zuerst einmal wurden wohl nur die heimischen Arten, wie die Türkenbundlilie (L. martagon), kultiviert. Größte Beachtung und Verbreitung fand aber auch hier die klassische Weiße Lilie der Mittelmeergebiete, die wahrscheinlich durch die Kreuzzüge nach Mitteleuropa kam. Als erste Lilienart fremder Erdteile kam 1629 die Kanadische Lilie (L. canadénse) nach Europa; die Einführung der für den Gartenbau wichtigen ostasiatischen Arten, z. B. L. longiflorum, L. speciosum, erfolgte dann im 19. Jahrhundert. Die in Südostchina beheimatete Königslilie (L. regale) wurde erst 1905 in Europa eingeführt.
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung Lilium, von der gegenwärtig 85 Arten bekannt sind, erstreckt sich auf die gemäßigte Zone der nördlichen Erdhälfte. In der subtropischen Klimazone trifft man Lilien in alpinen und subalpinen Regionen, aber nicht südwärts des 20. Breitengrades an. Auf der südlichen Halbkugel sind keine Lilienarten beheimatet. Von den bekannten Lilienarten, bei denen ein starker Zuwachs an Neuentdeckungen kaum noch zu erwarten sein dürfte, haben 13 Arten ihre Heimat in Europa, Kleinasien und dem Kaukasus, 52 Arten, zu denen die für den Zierpflanzenbau wertvollsten Lilien gehören, sind in Ost- und Mittelasien beheimatet. Die Heimat der weiteren 20 Arten ist Nordamerika. Außer den reinen Arten, die bei weitem nicht alle in Kultur sind, wohl aber als Ausgangsmaterial für die Züchtung von großem Wert sein können, sind noch etwa 250 Gartenformen hybriden Ursprungs bekannt.
Die natürlichen Standortansprüche der verschiedenen Lilienarten sind recht unterschiedlich. Im allgemeinen gesehen, bewohnen die Lilien Gebiete mit gemäßigten Sommer- und Wintertemperaturen, feuchter Luft und reichlichen Niederschlägen während der Hauptwachstumszeit. Die meisten Arten wurden an Berghängen, in den Tälern von Bergflüssen und an Waldrändern gefunden. Die absterbenden Pflanzenteile einer dichten Gräserdecke und die abfallenden Blätter von Gehölzen, die gewöhnlich nur den Boden beschatten, während der Blütenstand der vollen Sonnenbestrahlung ausgesetzt ist, geben den Zwiebeln auch bei niedrigen Wintertemperaturen ausreichenden Schutz.
Während alle Lilien in der Hauptwachstumszeit hohe Anforderungen an die Wasserversorgung stellen, sind sie in der Ruheperiode empfindlich gegen Bodennässe. Wir finden sie daher stets an Stellen mit gut wasserdurchlässigem Grund. Die Böden selbst, auf denen die Lilien am natürlichen Standort gedeihen, sind in ihrer Zusammensetzung und auch im Reaktionsgrad recht unterschiedlich. Die meisten Arten verlangen fruchtbare Böden mit reichlichem Humusgehalt und leicht saurer Reaktion.
Bei den Lilienarten, deren heimatliche Standorte offene Hänge niederschlagsarmer Gebiete sind, wird eine ausreichende Wasserversorgung während der Hauptwachstumszeit durch Tau und Nebel gesichert. Die hohen Temperaturen gewisser Verbreitungsgebiete werden durch die Höhenlage der Standorte (Gebirgstäler z. B. West- und Südchinas in Lagen von 1500 bis 4000 m Höhe) oder sehr reichliche Niederschläge (im westlichen Nordamerika, östlichen Himalaja, Kaukasus) gemildert.
Den natürlichen Standortverhältnissen annähernd entsprechende Bedingungen müssen gegeben sein, um einen erfolgreichen Lilienanbau zu ermöglichen.

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