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Hildegard von Bingen

Hildegard von Bermersheim, geboren im Sommer 1098 als zehntes Kind, gestorben 17.09.1179 im Kloster Rupertsberg bei Bingen.

Schon als kleines Kind hatte sie Visionen, die andere in Erstaunen versetzten. Mit acht Jahren wurde sie ins Benediktiner Kloster Disibodenberg gegeben. Dort wurde sie von einer alleine lebenden Nonne erzogen und erhielt sechs Jahre lang Einzelunterricht.
Mit 15 oder 16 Jahren legte sie das Gelübde nach den Ordensregeln der Benediktiner ab und wurde zur Nonne. 1136 wurde sie von den anderen Nonnen, die sich mit der Zeit im Kloster eingefunden hatten, zur Äbtissin gewählt. Nach weiterem Anwachsen der Nonnenzahl gründete Hildegard ein neues Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen und bewohnte es 1152 mit 50 Nonnen. 1165 gründete sie noch ein Filialkloster in Eibingen. Sie selbst blieb, sofern sie sich nicht auf einer ihrer vielen Reisen oder auswärtigen Besuche aufhielt, bis zu ihrem Tod als Äbtissin im Kloster Rupertsberg (1631 während des 30jährigen Krieges zerstört).

In autobiopraphischen und biographischen, zeitgenössischen Texten ist vermerkt, dass Hildegard ein eher schwaches, kränkelndes Mädchen war und auch später in ihrem Leben immer wieder mit Erkrankungen zu kämpfen hatte. Als Bendiktinerin lag ihr die Einhaltung der Ordensregeln am Herzen. So bestand sie auf den Leitspruch der Benediktiner "Ora et labora" (Bete und Arbeite/Forsche) und wendete sich gegen die Verweltlichung des Klerus. Damit diese Forderungen im richtigen Licht gesehen werden, muss gesagt werden, dass Hildegard nichts vom Überanstrengen und Auslaugen des Körpers hielt. Es sollte einfach ein Gleichgewicht zwischen dem Tätigsein, der Aktivität und der Geistigkeit bestehen. Weltoffen war auch Hildegard. Sie hielt Vorträge in vielen verschiedenen Städten, hatte regen Briefkontakt mit verschiedensten Zeitgenossen und war gefragte Beraterin in allen Bereichen. Sie hatte Kontakt zum König von England, wie auch zu Kaiser Barbarossa, der sie in seine Pfalz einlud. Verweltlicht war sie deswegen nicht.

Eigenen Berichten zufolge hatte Hildegard zeitlebens Visionen. Eine besonders intensive Vision um 1141 veranlasste sie, das Gesehene niederzuschreiben. Ihr erstes Werk entstand so zwischen 1141 und 1151, genannt "Skivias" (Scivias domini = Wisse die Wege des Herrn). Es enthielt 13 Visionen zu verschiedensten Bibelthemen mit Erläuterungen.

Das naturkundlich-medizinische Werk entstand von 1150 bis 1158. Es bestand aus einem Teil, der von den Ursachen und der Behandlung der Krankheiten erzählte ("Cause er Curae") und einem zweiten, der in neun Einzelbüchern die Heilkraft belebter und unbelebter Natur oder Stoffe (Pflanzen, Wasser, Fische, Steine, Metalle etc.) beschrieb und Rezepte und Anwendungen enthielt ("Physica").

Von 1158 bis 1163 entstand das "Buch der Lebensverdienste" (Liber vitae meritorum"). Darin waren 35 Tugenden entsprechenden 35 Lastern gegenübergestellt. Zum Beispiel steht dem Zorn die Geduld als Tugend oder heilende Kraft, der Unbarmherzigkeit das Mitgefühl und der Streitsucht die Friedfertigkeit gegenüber.
Ausserdem enthielt das Werk Visionen über den Umgang der Menschen mit der Erde und folgende Konsequenzen.

Bis 1175 entstand das letzt Werk, das "Buch der göttlichen Werke" ("Liber divinorum operum").

"Causa et Curae", "Physica" und "Liber vitae meritorum" zusammen ergeben ein medizinisch-naturkundliches Werk, das heute, da die meisten Menschen das Leben ganzheitlich betrachten wollen, Hilfe und Wissen in der Spiritualität und im Zusammenhang von Physis und Psyche suchen, interessant und aktuell ist. So finden sich bei Hildegard Heilmittel und Heilverfahren, die den Gesunden stärken und einer Krankehit vorbeugen, je nachdem bei akuten und anders angewendet bei chronischen Leiden helfen oder Schmerzen lindern. Zum gesund bleiben gehört nach Hildegard die Freude am Körper und am Leben.

Stoffe oder Pflanzen beschreibt sie als kalt, mehr warm, warm, sehr warm oder feurig und verordnet sie entsprechend als Heilmittel um das Säftegleichgewicht im Körper, das ihrer Meinung nach die Grundlage von Gesundheit ist, wiederherzustellen.

Hildegard selbst soll durch Handauflegen und Krankenpflege in ihrem Kloster viele Heilungen bewirkt haben, vielfach wurde sie um Rat gefragt.

Eine Auflistung von Pflanzen oder anderen Heilmitteln aus ihren Werken würde den Rahmen dieser Kurzbeschreibung sprengen. Als Beispiele sollen jedoch zwei einfache, bekannte Beschreibungen und Rezepte folgen:

Lavendelwein:

3El Speik-Lavendelblüten (Lavandula spica/latifolia)
1l (Weiß-) Wein
3min. kochen, absieben, abfüllen
täglich 3x 1-2 Likörgläser
2-4 Monate

Nach Hildegard wärmt Lavendel, mildert einen Schmerz oder eine Stauung der Leber und Lunge und hilft, geistig frei und verständig zu werden.


Herz-(Petersilien-) Wein:

Eine Handvoll frische Petersilienblätter
150-200g Honig
1l (Weiß-) Wein
2EL (Wein-) Essig

Petersilie, Essig und Wein 5min. kochen, dann Honig hinzugeben, nochmal aufkochen. Schaum abnehmen, Wein absieben, abfüllen.

3x täglich 1 Likörglas nach dem Essen oder nach Bedarf.

Hildegard schreibt, dass die Petersilie von kräftiger Natur ist und mehr Wärme als Kälte in sich hat.
Sie mildert roh gegessen leichtes Fieber.
Im Geiste der Menschen erzeuge sie Ernst. Bei Herz-, Milz-, oder Seitenschmerzen empfielht sie den Herzwein. Wighard Strehlow schreibt in "Die Heilkunde der Hildegard von Bingen", dass er "ein ideales Heilmittel bei nervösen Herzbeschwerden ist, wenn sich die Nerven und die Seele mit dem Herzen melden".

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