Versand auch nach Schweiz Österreich Dänemark
Wir sind für Sie da: +49 (7739) 1452

Willkommen

Der Geruchssinn

Schematische Darstellung des GeruchssinnsBeim normalen Atmen wird die Luft durch die Nasenhöhle ohne Umwege über die Luftröhre zur Lunge geführt.Enthält die Atemluft Geruchsstoffe, so gelangen diese auch zur Riechschleimhaut, wo sie eine Art Reflex auslösen können. Durch das typische „Schnüffeln oder Schnuppern“ gelangt die Atemluft in den höheren Teil der Nasenhöhle, direkt auf die Riechzone (Regio olfactoria). Auf diesem 5-10 cm² großen Abschnitt sitzen etwa 10 Millionen Riechzellen,
die gleichzeitig als Rezeptoren für die Vielzahl verschiedener „duftender“ Moleküle dienen.

Die Empfindlichkeit gegenüber Riechstoffen ist sehr unterschiedlich. So können Mercaptane, das sind organische Schwefelverbindungen, schon bei Konzentrationen von 1/1 000 000 mg pro Liter wahrgenommen werden, während Äther erst bei etwa 6 mg pro Liter den Geruchsreiz auslöst.

Lilie Von der Konzentration eines Stoffes hängt auch das Empfinden der Geruchsqualität ab. Starke Blumendüfte, wie die des Pfeifenstrauchs oder der Lilien beispielsweise, werden meist erst in sehr geringer Verdünnung als wohlriechend empfunden, während der stark konzentrierte Duft unangenehm in Erinnerung bleibt. So besitzt Skatol, der wesentliche Bestandteil im Kot, in niedrigen Konzentrationen Jasminduft, während erst höhere Konzentrationen "zum Himmel" stinken. Die Zahl der Geruchsstoffe, die beim Menschen eindeutige Geruchsempfindungen bewirken können, ist jedoch äußerst klein. Neben den mehreren tausend bekannten Riechstoffen, die meist Mischempfindungen auslösen, gibt es kaum mehr als etwa 50 Stoffe, die reine Geruchsempfindungen hervorrufen. In diesem Zusammenhang sei auch die Geruchsgewöhnung erwähnt, die sehr typisch für den Geruchssinn ist. Von der Anpassung oder Adaptation an Gerüche hat sich jeder selbst beim Zoobesuch überzeugen können. Zunächst erscheint der Raum vom Duft des Affen- oder Elefantenhauses ganz erfüllt, doch tritt nach kurzer Zeit Gewöhnung ein, und der anfangs strenge Geruch wird nicht mehr wahrgenommen. Die Adaption bleibt auf den gerade vorherrschenden Geruch beschränkt, so dass der schweißgebadete Mitbesucher oder die parfümüberladene Mitbesucherin den Rezeptoren unserer Riechschleimhaut nicht verborgen bleiben. Die Adaptation kann bei giftigen Geruchsstoffen für den Menschen lebensgefährlich werden, da durch die Gewöhnung die drohende Gefahr nicht mehr wahrgenommen wird.Neben dem Phänomen der schnellen Geruchsgewöhnung ist das hohe Erinnerungsvermögen an unangenehme wie angenehme Gerüche ebenso erstaunlich. Wer kennt ihn nicht, den süßen Duft der Kindheit, den verträumten Duft der Jugendzeit. Lebhaft steigen alte lieb gewonnene Bilder auf, wird man vom gleichen Wohlgeruch umgeben. Jedoch auch Krankheit und der Tod haben ihren unverwechselbaren Odem, der in gleicher Weise Erinnerungen und Andenken bleibt.

Duftgarten Geruch und Emotion: Der Mensch ist befähigt, etwa 2000 bis 4000 verschiedene Gerüche zu unterscheiden. Die weite Spanne ergibt sich, da die Unterscheidungsfähigkeit von Gerüchen eine Frage des Trainings, der persönlichen Konstitution - Raucher sind im Riechvermögen eindeutig eingeschränkt -, des Alters und möglicherweise des Geschlechts ist. Diese eindrucksvolle Menge steht jedoch meist in krassem Gegensatz zum wenig bewußten Umgang mit unserem Geruchssinn.Man sollte sich nur mal klarmachen, dass der Geruchssinn mit dem limbischen System, welches unser emotionales Verhalten steuert, in direkter Verbindung steht. Das heißt nichts anderes, als dass Geruchsinformationen unsere Gefühlswelt direkt beeinflussen und nicht vom Willen kontrolliert werden. Freude, Lust, Angst, Hemmung und Wut können demnach von entsprechenden Gerüchen unmittelbar und ohne Umwege ausgelöst werden.Viele Sprachwendungen weisen auf den engen Zusammenhang. Demjenigen, den man nicht „riechen“ kann, geht man aus dem Weg oder man rät ihm, dringend zu „verduften“. Wenn es mir so richtig „stinkt“, und ich habe „die Nase gestrichen voll“, dann ist es besser, die Wut erst einmal „verrauchen“ zu lassen. Der enge Zusammenhang zwischen Geruchssinn und Gefühlswelt äußert sich aber auch sehr lebhaft in der Mimik. Am meisten beeindruckt die sichtbare Veränderung des Gesichtsausdrucks beim Einatmen angenehmster Düfte. Neugierige und gespannte Erwartungshaltung weicht gelöster Freude und lächelnder Zufriedenheit.

Hat Ihnen der Artikel gefallen?