Wer aufmerksamen Auges durch die Landschaft streift, wird überall Vertreter der
Blumenzwiebeln entdecken. In der Tat finden sich, von den Sanddünen der Nordseeküste einmal abgesehen, überall Zwiebelgewächse.
Voraussetzung für ihr Vorkommen ist ein rhythmischer Wechsel von Wachstums- und Ruheperiode wie z.B. Sommer und Winter oder Trockenzeit und Regenperiode. Mit Hilfe von Zwiebeln/Knollen haben sie sich an schwierige Klima- und Wachstumsverhältnisse angepasst. In jedem Garten gibt es ein Plätzchen, an dem
Blumenzwiebeln blühen können. Wenn Sie heimische Arten in Ihrem Garten ansiedeln wollen, nehmen Sie sich am besten an der Natur ein Vorbild und pflanzen sie an einem vergleichbaren Platz. Im folgenden finden Sie die wichtigsten Arten ihren Hauptlebensräumen zugeordnet:
Wald (Wa) und Hecken (H) Dies ist eine für viele Arten konkurrenzlose ökologische Nische. An den sommerlichen Lichtmangel durch die Belaubung haben sie sich durch eine frühe Blüte angepasst. Der feuchte, humusreiche, lockere Boden im Schatten oder Halbschatten von Bäumen, Hecken und Gebüschen behagt fast allen Arten.
Trockenstandorte (T) Die speicherfähige Zwiebel ermöglicht auch die Besiedlung von Plätzen, die im Sommer zu heiß und trocken werden. In der kurzen Zeit günstiger Bedingungen wird sie gebildet. Mit ihrer Hilfe überstehen die Pflanzen die Dürrezeit. Klassische Zwiebelblumen für solche häufig mageren, sandig-kiesigen
Standorte sind der interessante
Kopflauch Allium sphaerocephalon und die verschiedenen Wildformen der
Traubenhyazinthen.
Feuchtwiesen (F) Jeder kennt die hübsche
Schachbrettblume Frittillaria meleagris. Wenn Sie Ende April, Anfang Mai blüht, ragt ein Meer von schachbrettartig gemusterten, purpurnen Blüten aus dem frischgrünen Gras. Selten gibt es in der Natur auch die reinweiße Form. Eine Siedlerin feuchter Wiesen ist die
Herbstzeitlose Colchium autumnale, die ihre lila Blüte in den Herbst verlegt hat, um dafür im Frühling Samen zu bilden - ein botanisches Unikum. Auch der
Frühlingskrokus Crocus vernus, die imposante
Sommerknotenblume Leucojum aestivum und den
Märzenbecher Leucojum vernum lieben den feuchten Untergrund. In der Natur kommt daneben die
Dichternarzisse Narcissus poeticus im Feuchten vor.
Wiesen (Wi) Es ist fast unmöglich eine Zwiebelblume zu finden, die nur auf Wiesen wächst. Wenn
Wiesen nicht zu früh gemäht werden, gedeihen hier aber auch
Blumenzwiebeln. Beispiele hierfür sind der
Kopflauch auf trockeneren
Standorten, während der
Husumer Krokus Crocus tommasianus, der
Winterling Eranthis hyemalis, der
Hundszahn Erytronium dens-canis und das
Schneeglöckchen Galanthus nivalis mehr Feuchtigkeit mögen. Auch der aparte
Doldenmilchstern Ornithogalum umbellatum, der
Zweiblättrige Blaustem Scilla bifolia und die
Wildtulpe Tulipa sylvestris vertragen es nicht zu trocken.